Sonntag, 17. April 2011

7. Das Leben ist zu kurz, um krank zu sein

Das menschliche Leben ist relativ kurz. Biologisch wären wir allerdings im Stande,  so um die 140  Jahre alt zu werden. Es geht aber eigentlich weniger darum, ein so hohes Alter zu erreichen, als vielmehr darum, dass man sein Leben gesund und bei bestem Wohlbefinden verbringen darf. Man sollte den Tod als geistige Wandlung bewusst erleben dürfen, und nicht durch Medikamente beduselt, von dieser Erde schleichen müssen.

Allein durch Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Arthritis, Muskel- und Gelenkrheumatismus etc.)  fallen in Deutschland Aber-Millionen Arbeitstage aus. Ärztliche Kreise geben offen zu, dass diese Krankheit noch zu wenig erforscht ist und deshalb auch unterschätzt wird. Die „wissenschaftlich anerkannte Medizin“ sagt sogar, dass Rheuma nicht heilbar sei. Ja, sie bestreiten sogar, dass die Ernährung auf die rheumatischen Krankheiten einen Einfluss habe. Richtiger wäre es wohl zu sagen, dass dieses Gebiet von der Medizin bis heute in der gewohnt arroganten Art ignoriert wurde. Sowohl der weitgehend durch Stoffwechselverschlackung und Übersäuerung bedingte Muskelrheumatismus, wie auch die durch Substanzverlust (Kalk- und Eiweißmangel) verursachten rheumatischen Knochen- und Gelenkerkrankungen, Arthrosen, Arthritis, Polyarthritis, Spondylitis, Discopathie (Bandscheibenzerfall), die Osteoporose und der Morbus Scheuermann und Morbus Bechterew stehen in direktem Zusammenhang mit der Ernährung.

Zu große Nahrungsmengen, zu viele verschiedene Gerichte in einer Mahlzeit (das heißgeliebte 5-Gang-Menü!), zu schwer aufspaltbare Kost (Rohkost und Vollwertprodukte) oder ungeeignete und leicht gärfähige Speisen und Getränke werden auch von einem gesunden Verdauungsapparat kaum bewältigt, geschweige denn von einem mehr oder weniger geschwächten Verdauungssystem eines Menschen mit  gesundheitlichen Problemen. Milly Schaub schreibt in ihrem Buch «Fundamente des Gesundbleibens»: „Fatalerweise sind es gerade die allgemein für sehr gesund und hochwertig angesehenen Nahrungsmittel - saure Früchte, rohe Gemüsesalate, Sauermilchprodukte, Getreidegerichte und Obst-, Frucht- oder Gemüsesäfte - die sehr schnell und intensiv in Gärung übergehen, wobei sich bedenkliche Mengen von schädlichem Alkoholfusel entwickeln. Aus diesem Grunde können mitunter bei Abstinenten, Vegetariern und Rohköstlern ähnliche Symptome wie bei Trinkern festgestellt werden. Blaurote, feuchte Hände und Füße, rote Nase, gerötetes Gesicht (was irrtümlicherweise oft als gesundes Aussehen gewertet wird) sind die Anzeichen.“

Immer wieder höre ich bei meinen Beratungen genau diesen Einwand: „Ja aber, das soll doch so gesund sein!“ Die alten Irrtümer sitzen offenbar so tief, dass es schwierig ist, Neues einzubringen. Ob Sie es glauben oder nicht, sauer ist und bleibt sauer. Aus unerfindlichen Gründen schmeißen die Leute viel Zucker über die sauren Nahrungsmittel, um auf diese Art die Säure zu kaschieren und dann wird der eigene Körper überlistet, als sei es ein Feind. Warum bloß tun wir uns das an?

In neueren Ernährungslehrbüchern und immer öfter auch von wissenschaftlicher Seite wird darauf hingewiesen, dass die gesundheitliche Verfassung des Menschen mit dem Säure-Basengleichgewicht zusammen hängt. Schade nur, dass diese meistens ignoriert und totgeschwiegen werden. (Wie damals Dr. Bircher, der zuerst belächelt, dann vehement bekämpft, ja sogar aus der Ärztegesellschaft verbannt wurde. Und heute isst jeder Doktor zum Frühstück ein Birchermüesli.) Weil man weiß, dass der Organismus durch Übersäuerung krank wird, gehen die Bemühungen dahin, Richtlinien für eine basenüberschüssige Ernährung zu geben. Nach wie vor sind die so genannten Ernährungspäpste der Meinung, Frucht-, Zitrus-, Milch- und Essigsäuren usw. seien organische Säuren, die im Organismus zu Kohlendioxyd und Wasser verbrannt werden und daher keinen Schaden anrichten würden.

Der Chemiker F. Koch antwortete auf dieses Argument:
„Dies ist der größte Irrtum aller Zeiten. Ehe diese organischen Säuren an die Stelle gelangen, wo sie verbrannt werden, haben sie den Schaden durch Entzug von Mineralstoffen aus den Organen bereits angerichtet. Eine Säure wie die Zitronensäure oder Milchsäure kann weder in der Mundhöhle noch in der Speiseröhre, noch im Magen, Zwölffinger- oder Dünndarm verbrannt werden. Sie kann erst verbrannt werden, wenn sie über den Blutkreislauf in die Zellen gelangt ist. Nur dort findet überhaupt eine Verbrennung statt. Wer etwas von Physiologie versteht, wird das ohne weiteres fassen".

Wohl versucht der Körper die Nahrungsmittelsäuren durch den hohen Basenwert der Verdauungssäfte (Galle, Darm- und Bauchspeicheldrüsensekret pH-Wert 8,5) zu neutralisieren. Je größer jedoch die Konzentration der Säuren wird, umso mehr sinken die Basenreserven im Organismus ab. Reicht die quantitative und qualitative Verdauungssekretion zur Neutralisation nicht mehr aus, so nimmt eine saure Darmgärung überhand. Kolibakterien überwuchern den Dünndarm, Zwölffingerdarm, die Gallengänge und Bauchspeicheldrüsenkanäle, wo sie gar nicht hin gehören und die Gesundheit dieser Organe empfindlich stören. Kolibakterien gehören richtigerweise in den Dickdarm. Im Dünndarm sollte die Verdauung fermentativ sein. Der Mensch kann mit einem sauren Darmmilieu auf die Dauer nicht gesund bleiben. Der Verdauungsapparat wird zum Krankheitsherd. Vielleicht kennen Sie den Spruch: „Der Tod sitzt im Darm“ oder „Wer Hautprobleme hat, hat Darmprobleme“ oder umgekehrt. Sowohl die über Speisen und Getränke zugeführten, als auch die durch Darmgärungen entstehenden Säuren müssen vom Körper weitgehend durch Mineralstoffe (vorwiegend Kalzium-Magnesium-Kompositionen, die unsere Basenträger sind) neutralisiert werden. Dadurch kommt es zum Absinken der Basenreserven im Organismus und damit zum Substanzverlust in den Geweben und Knochen.

Meines Erachtens sind rheumatische Erkrankungen an Knochen und Gelenken weit mehr auf diese, die Knochensubstanz abbauenden Säuren zurück zu führen, als auf die allgemein so gefürchteten Harnsäure-Ablagerungen. Harnsäuresalze können sich kristallisieren und bei überlastetem Stoffwechsel in die Gewebe einlagern, wodurch sie unter Umständen Schmerzen verursachen, aber sie rauben dem Körper keine Substanz. Bei günstiger Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion lösen sie sich auf und werden ausgeschwemmt, so dass sie bei einer vernünftigen Lebensweise keine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen.

Alle höher entwickelten Lebewesen ernähren sich fast ausschließlich von basischen Nahrungsmitteln (pH 7-8). Eine Ausnahme machen hier der Mensch und gezwungenermaßen das Haus-Schwein. Und ausgerechnet diese beiden, wenn auch sehr ungleichen Geschöpfe, zeigen enge Parallelen in der Krankheitsanfälligkeit, was freilich beim Schwein durch den vorzeitigen Schlachttod weniger auffällig  wird.

Manche Forscher fahnden heute in gleicher Richtung. So sollen nach Prof. Ardenne Messungen am Herzmuskel ergeben haben, dass dieses Muskelgewebe vor einem Herzinfarkt immer tiefer in "saure Bereiche" gerät. Bei pH 6,2 beginnt der Herzinfarkt. Das Herz ist extrem anfällig gegen Schäden durch Gewebe-Übersäuerung. Nach Prof. Ardenne und Dr. B. Kern wäre demnach nicht die Arteriosklerose und durch Blutgerinnsel verstopfte Herzkranzgefässe die Ursache des Herzinfarktes (DDR-Fachblatt "Das deutsche Gesundheitswesen" Nr. 38), sondern die Übersäuerung des Herzmuskels.


Viele Krebsforscher berichten, dass Krebszellen vom Sauerstoff-Stoffwechsel (basisch) in den Gärungsstoffwechsel (sauer) übergehen. Krebszellen benötigen keinen Sauerstoff. Ihr Gärungsstoffwechsel führt zur Blähung der Zelle. Sie vergrößere sich, werde (angeblich) bösartig und vermehre sich. Der Basenreichtum der Zelle scheint abgebaut zu werden, der Urin wird stark basisch, die Stützkräfte reduzieren sich, der Blutdruck sinkt, der prozentuale Säurewert im Bindegewebe nimmt zu (Sanderversuch nach Dr. med. und Dr. chem. Sander). Je mehr die Gewebeübersäuerung überhand nimmt, umso weniger kann der Körper mit der Krankheit fertig werden. (Und in dieser Situation wird der Körper mit der so genannten „Chemo-Therapie“ mit Säure buchstäblich überflutet!) Gelingt es aber dem Organismus, die Übersäuerung abzubauen und Basenreserven anzureichern, dann verbessern sich die Heilungsaussichten sowohl bei Krebserkrankungen wie bei jeder anderen Krankheit. Lesen Sie dazu das Kapitel „Den Krebs einfach ausspülen?“ weiter hinten. Wichtig ist in solchen Fällen neben der richtigen Ernährung, dass sich der Patient viel in frischer, guter Luft aufhalten kann. Die reichliche Zufuhr von Sauerstoff wirkt regulierend auf den Säure-Basenhaushalt.

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