Mittwoch, 20. April 2011

8. Warum weniger Kohlenhydrate?


Ebenso bedeutungsvoll wie die Entdeckungen von Dr. F.X. Mayr, F. Koch, Dr. Rumler und Dr. med. Sander sind die Forschungsergebnisse des Salzburger Arztes Dr. Wolfgang Lutz, die er in seinem Buch "Leben ohne Brot“ niedergelegt hat. Prof. Dr. Dr. Günter Weitzel, Physiologisch-chemisches Institut der Universität Tübingen, schreibt in seinem Vorwort dazu:

"Frühere Versuche zur Reform der menschlichen Ernährung gingen meist von der Ansicht aus, dass eine laktovegetabile (auf Milch und Pflanzen basierende)  Kostform für den Menschen anzustreben sei. Dr. W. Lutz hat nun mit einer revolutionären Idee in die Diskussion um die optimale menschliche Ernährung eingegriffen. Da erst seit relativ kurzer Zeit, etwa der Jungsteinzeit, größere Mengen von Kohlenhydraten in der menschlichen Nahrung enthalten sind, kommt Dr. Lutz zu der Folgerung, dass die Fermentausstattung des menschlichen Stoffwechsels für Fleischkost determiniert (ausgelegt) ist."

Wir sind entwicklungsgeschichtlich halt immer noch Jäger und Sammler. Zur Stützung dieser Hypothese hat Dr. Lutz langjährige Versuche an Hühnern durchgeführt. Das Huhn ist dafür besonders geeignet, weil es - wie der Mensch - die Umstellung von Fleischkost (Würmer, Käfer usw.) auf Kohlenhydrate (Körnerfutter) durchgemacht hat. Hühner neigen bei getreidehaltigem Futter mit zunehmendem Alter ebenso wie der Mensch zu Arterienverkalkung mit starker Gefäßwandverfettung. Aus den Versuchen von Dr. Lutz geht hervor, dass die Tiere bei einer kohlenhydratarmen, getreidefreien, aber eiweißhaltigen Fütterung mit Knochenmehl, Fleisch- und Käseabfällen von Arteriosklerose verschont bleiben.

Im weiteren legt Dr. Lutz aufgrund seiner Studien und Beobachtungen dar, wie der Genuss von Kohlenhydraten in Form von Zucker und Getreide den Hormonhaushalt störend beeinflusst und auf diese Weise auch für den übermäßigen Abbau von Knochenmatrix und körpereigenem Eiweiß mitverantwortlich ist.

Die praktische Anwendung der kohlenhydratarmen Ernährung bestätigt die Forschungs-ergebnisse von Dr. Lutz vollumfänglich. Ich habe dies bei zahlreichen Patienten und in der eigenen Familie beobachten können; die Erfolge sind aufsehenerregend. Nach meinen Beobachtungen heizen die konzentrierten Kohlenhydrate insbesondere die mit erhöhter Wärmebildung und Hitzestauungen einhergehenden gesundheitlichen Störungen an, so z.B. alle Entzündungen, Allergien, Infektionskrankheiten, katarrhalische Erkrankungen, das Fieber und bei Frauen die Wechseljahrbeschwerden mit den Wallungen. Der zu reichliche Konsum von Kohlenhydraten wirkt sich im Organismus im wahrsten Sinne des Wortes als eine Kohlenheizung aus. In unserem Beruf ist die Tatsache nicht zu übersehen, dass der Genuss von zucker- und getreidehaltigen Lebensmitteln die Neigung zu Erkrankungen begünstigt und die Heilung von Krankheiten behindert.

Nicolai Worm sagt in seinem Buch „Syndrom X“ klipp und klar: „Hier sei ausdrücklich festgehalten: Wir müssen keine Kohlenhydrate zu uns nehmen, um funktions- und überlebensfähig zu sein. Der Körper kann sie zur Not aus Eiweiß selbst herstellen. Muskelzellen können Energie auch aus der Verbrennung von Fett und Eiweiß beziehen. Allerdings braucht es für die Energiegewinnung aus Fett eine höhere Bereitstellung von Sauerstoff.“ Die Energiegewinnung aus Fett bevorzugt der Organismus, wenn es ruhig zugeht und genügend Sauerstoff im Blut vorhanden ist. Der Spruch: „Was der Schmied braucht, bringt den Schneider um“ verdeutlicht dies genau. Sobald der Muskel arbeiten muss, greift er auf die Glukoselager in den Muskeln und in der Leber zurück. Herstellen tut er sie aus Kohlenhydraten. Und zwar werden diese während der Verdauung so lange chemisch aufgeschlossen und umgebaut, bis daraus die Glukose, auch „Traubenzucker“ genannt, entstanden ist. Allerdings hat dieser „Traubenzucker“ nichts mit Trauben zu tun. Niemand von uns braucht aber nur annähernd diese Menge Energie. Für das Bisschen Bewegung, die wir haben, reicht ein Bruchteil der Kohlenhydrate, die wir üblicherweise täglich zu uns nehmen, bei weitem. 

Zusammenfassung

Wenn man die hier aufgeführten Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit den heutigen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten betrachtet, dann dürfte die Frage nach den Ursachen vieler Beschwerden und Krankheiten nicht mehr so schwer zu beantworten sein.  Die Antworten lauten:


1.
Der Mensch isst zuviel, zu vielerlei und sehr oft am Abend die Hauptmahlzeit, wenn sein Verdauungsapparat müde ist. Damit werden die Verdauungsorgane in jeder Beziehung überfordert, die Nahrung wird schlecht verdaut.

2.
Man konsumiert zu saure Lebensmittel. Weil aber der Gaumen die sauren Speisen und Getränke instinktiv ablehnt, werden sie vielfach mit beträchtlichen Mengen Zucker, Honig und anderen Süßstoffen genießbar gemacht. Man zwingt dem Körper auf diese Art etwas auf, was er eigentlich gar nicht will, und ihn auch schädigt. Nicht genug damit, mit dem Nachsüßen führt man ihm auch noch unbemerkt versteckte Kohlenhydrate zu.

3.
Die Kohlenhydrat-Überernährung ist heute ein besonders schwerwiegendes Problem. Der Verbrauch von Süßgetränken, Süßigkeiten und Backwaren ist in den letzten 20 Jahren rapid angestiegen. Immer mehr verdrängen auch Teigwaren, Reis, Mais, Getreideflocken usw. die mehr Rüst-Arbeit verursachende Kartoffel von unserem Tisch.

 
Wohin diese Ernährungsfehler führen, sehe ich in meinem Beruf täglich. Es kamen noch nicht 40jährige Männer und Frauen mit Bandscheiben- und Hüftgelenkproblemen oder ähnlichen Zerfallserscheinungen in meine Praxis. Wir können das Krankheitselend durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung weitgehend in den Griff bekommen. An dieser Stelle darf ich erwähnen, dass wir im Herbst 2004 eine junge Frau von 30 Jahren mit diagnostizierter Polyarthritis bei uns zu Besuch hatten. Nach zwei Wochen ging die Frau schmerzfrei nach Hause. Was habe ich gemacht? Täglich eine Stunde Therapie mit APM nach Penzel (Energie zum Fließen bringen), kohlenhydrat- und säurearm Ernährung. Das war’s!

Wenn jemand bei dir Gesundheit sucht, frage erst, ob er bereit sei,
künftig die Ursachen der Krankheiten zu meiden,
erst dann darfst du ihm helfen.
                                                                      
                                        Sokrates



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