Donnerstag, 21. April 2011

9. Richtlinien für eine gesunde Lebensweise


Ich habe selber so ziemlich alles, was auf dem Sektor Ernährung bekannt geworden ist, eingehend studiert und vieles davon praktisch angewendet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Voraussetzung für Gesundheit und Genesung eine ausgewogene, einfache Ernährung und Lebensweise ist.


1. Einfache Ernährung

Ich habe weiter vorne bereits das geliebte 5-Gang-Menü erwähnt. Mittlerweile ist Ihnen klar geworden, dass mit diesem Durcheinander unser Verdauungsapparat hoffnungslos überfordert ist. Unser System ist gar nicht mehr in der Lage, dieses riesige Angebot zu verdauen. Und weil wir nicht alles verdauen können, beginnt es in unseren Därmen zu gären und zu faulen. Dadurch wiederum entstehen Darmgifte, die unsere Gesundheit gefährden. Sie spüren es am Aufstoßen und am Wind, wenn Sie Glück haben. Andernfalls bleiben diese Gifte in Ihrem Körper und richten nicht unerheblichen Schaden an. In einer Mahlzeit sollten demzufolge nie mehr als drei verschiedene Speisen enthalten sein. Eine Eiweiß-Komponente (Fleisch/Fisch/Eier/Käse), eine Kohlenhydrat-Komponente (Kartoffeln/ Mais/Nudeln aus Mungobohnen) und entweder Salat oder Gemüse (nicht beides in derselben Mahlzeit!). Wenn Sie es schaffen, wäre es ideal, wenn Sie die Eiweiß- und Kohlenhydrat-Nahrung getrennt einnehmen könnten (Trennkost). Auch einfache Gerichte kann man schmackhaft zubereiten und gepflegt servieren. Und denken Sie daran, auf kleinen Tellern serviert, sieht die Portion viel größer aus. 

 
2. Der Ernährungs- und Verdauungsrhythmus

Unsere heutige Lebensart macht sehr oft die Nacht zum Tage. Der natürliche Lebensrhythmus wird dadurch in zweifacher Hinsicht gestört: Wir essen zu viel und wir essen zur Unzeit, nämlich am Abend, wenn die Verdauungsorgane genau so müde sind wie der ganze Körper. Dr. F.X. Mayr sagte dazu: "Menschen, die am Abend eine Mahlzeit zu sich nehmen, sind mit einem Dampf-Lokomotivführer zu vergleichen, der seine Maschine aufheizt und danach in den Schuppen stellt. Sie überbürden ihrem Organismus eine Arbeit, die er gar nicht mehr zu leisten vermag." Oder etwas moderner ausgedrückt: Wenn Michael Schumacher seinen Ferrari warm fährt und die Reifen auf Temperatur bringt - und die Bolide hinterher in die Boxe stellt.

Diese Leute können dann nur mit Mühe oder sogar nur mit Schlafmitteln einschlafen. Häufig erwachen sie auch mitten in der Nacht, wälzen sich in ihrem Bett und schwitzen oder haben heisse Füße. (Gehören Sie auch zu denen, die mindestens einen Fuss aus dem Bett strecken müssen? Jetzt wissen Sie warum das so ist.) Erst wenn die Zeit zum Aufstehen naht, fallen sie wieder in einen schweren Schlaf. Am Morgen stehen ihnen die Strapazen ins Gesicht geschrieben. Das käsige, verschwollene Aussehen lässt erkennen, wie sehr die aus dem unzureichend verdauten Nachtessen entstandenen Darmgifte durch das Blut bis in alle Körperzellen hinausgetragen werden und diese schädigen. Wem seine Gesundheit lieb ist, der gönnt seinen Verdauungsorganen tagsüber zwischen den Mahlzeiten drei bis vier Stunden Ruhe.  Die alte Regel: "Iss zum Frühstück wie ein Fürst, zu Mittag wie ein Bürger, am Abend wie ein Bettler“ hat auch nach der chinesischen Energielehre seine Berechtigung. Morgens zwischen 7 und 9 Uhr hat der Magen ein Maximum an Energie zur Verfügung. Wenn Sie jedoch morgens nicht hungrig sind, so wie meistens auch ich, dann zwingen Sie sich nicht zu essen. Nehmen Sie um 10 Uhr ein Stück Obst oder etwas Hartkäse.

Manche Leute glauben zwar, sie würden abends nur "leichte" Sachen, wie Früchte oder Salate usw. essen. Merken Sie sich aber:  Nichts belastet Ihren Verdauungsapparat mehr als Rohkost zum Nachtessen. Sie können diese Sachen schlicht nicht mehr verdauen. Die Folge davon? Siehe oben!

In manchen so genannten Ernährungsratgebern findet man den Hinweis, tagsüber lieber fünf kleinere Mahlzeiten einzunehmen, anstatt der drei Hauptmahlzeiten. Dies ist absolut nicht meine Ansicht. Wie bereits erwähnt, kommt auf diese Art unser Verdauungssystem überhaupt nie zur Ruhe. Das will aber nicht heissen, dass wir uns drei mal täglich voll stopfen müssen. Wenn Sie es schaffen, wäre es sogar ideal, auf das Nachtessen zu verzichten. 


3. Der Aufbau der Darmflora und deren Reinigung

Unser Darm stellt mit etwa 200-300 m2 Oberfläche das größte Abwehrsystem dar. Diese enorme Fläche wird erreicht durch die so genannten Darmzotten. Diesen lebenden Organismus, der aus Milliarden von Mikroorganismen besteht, passiert die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen. Paracelsus, der geniale Arzt des Mittelalters hat es auf den Punkt gebracht: Der Tod sitzt im Darm. Wenn hier Unordnung, ein Missverhältnis der verschiedenen Organismen, oder gar Pilzbefall (candida albicans) herrscht, dann leidet der ganze Körper. Die Ursachen für eine Störung des Gleichgewichtes unserer Darmflora sind vielfältig:


Eine Ernährung, die zuviel Zucker und denaturierte Nahrungsmittel enthält
Zuviel raffinierte Kohlenhydrate (Brot, Teigwaren, geschälter Reis)
Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss
Stress und Anspannung
Medikamente (Cortison, Abführmittel, Antibiotika)

Überlastete Verdauungsorgane reagieren genau so wie übermüdete Menschen: sie sind verkrampft und erschlafft. Die normalen Funktionen - und damit auch die Ausscheidung und die natürliche Selbstreinigung der Verdauungswege - werden dadurch beeinträchtigt. Kotrückstände und Schlackenstoffe lagern sich in den Gedärmen (zwischen den Zotten) ein, und diese sind der Nährboden für zahlreiche Beschwerden und Krankheiten wie auch von Hautunreinheiten, Ablagerungen, schlechtem Mundgeruch und übelriechender Transpiration.

Will man den Gesundheitszustand verbessern, dann müssen diese Unratdepots ausgeräumt werden. Man darf aber die Eingeweide nicht mit schleimhautreizenden Abführmitteln, Abführtees oder mit stuhlgangmachenden Produkten, wie sauren Speisen oder Saftgetränken, Pflaumen, Früchtewürfeln, Vollkornbroten,  -Flocken oder -Schrot, Leinsamen, Kleie, Senfkörnern usw. malträtieren. Solche Prozeduren schädigen durch die Einwirkung von Säuren oder durch die groben, harten, die Schleimhäute zerkratzenden Bestandteile den Darm noch mehr.

Zur Darmsanierung schlage ich folgende Maßnahme vor:

Zwei Wochen lang montags und donnerstags (oder wie es Ihnen am besten passt) nach dem Aufstehen zwei oder drei gestrichene Teelöffel Bittersalz (Magnesiumsulfat) mit 2 dl Wasser in einem Zug trinken. Eventuell mit klarem Wasser nachspülen.  Nach ca. 30 Min. beginnt die  Wirkung (Darmspülung). Je nach Menge der Kotablagerungen in Ihrem Darm, kann sich aber die Reinigung bis zum Abend hinziehen. Entfernen Sie sich also nicht allzu weit vom nächsten WC.

Anschließend:  zwei Wochen lang nur ein mal pro Woche dasselbe.

Anschließend:  alle zwei Wochen einmal mit Bitter- oder Glaubersalz den Darm spülen.

Lesen Sie dazu das Kapitel „Darmpflege und Darmreinigung“ im 3. Teil dieses Buches.

4. Bewegung und Atmung

Muskeln und Organe, die ungenügend gebraucht werden, verlieren zunehmend ihre Funktionstüchtigkeit, ihre Kraft, ihre Elastizität und ihre Koordinations- und Reaktionsfähigkeit. Vielseitige Bewegung, nach Möglichkeit in frischer Luft, ist deshalb ein unerlässlicher Bestandteil der Gesundheitspflege. Das viel gepriesene Jogging, Golfspielen, Mountainbike-Fahren etc. etc. ist nicht jedermanns Sache und insofern ungesund, als man sich unwillkürlich ein Limit setzt. Sobald wir uns bei einer sportlichen Betätigung eine einzuhaltende Zeit, eine Höhe, eine zu erreichende Weite oder Tiefe setzen, ist Sport ungesund. Sportliche Betätigung sollte der Konstitution und der gesundheitlichen Verfassung angepasst sein. Ich kann an dieser Stelle die „5-Tibeter“-Übungen wärmstens empfehlen. Auch Behinderte, Rekonvaleszente, Unbeholfene und Gehemmte finden darin eine geeignete Möglichkeit der Bewegungspflege. Am liebsten aber empfehle ich das „Power-Walking“: einfach nur zügig laufen.





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